Horst Walther[1]

Situation und Zielsetzung

Ein erfolgreiches Unternehmen für den Vertrieb von Finanzdienstleistungen spürt die Nachwehen der Deutschen Wiedervereinigung.

Nachdem kurz nach der Wende der Außendienst die Chancen für Allfinanzvermittler in den neuen Bundesländern erkannt hatte, spülte er eine wahre Woge an Versicherungs-, Bauspar- und Wertpapierfonds-Anträgen in die Verwaltungszentrale - eine Zerreißprobe für die zentralen Services.

Die Informationsverarbeitung ist überfordert, sie muss dringend generalüberholt werden, Auf die Herausforderungen des Europäischen Binnenmarktes und die Öffnung des Europäischen Ostens ist zu reagieren.

Unter Zeitdruck ist parallel eine Untersuchung der Geschäftsprozesse durchzuführen und eine Überprüfung von zwei dem Unternehmen nahestehenden Softwarehäusern mit allerdings inkompatiblen Systemen:

Eine nicht gerade rosige Ausgangssituation. Wesentlicher Bestandteil der Zielsetzung: Der Verkehr des selbständigen Außendienstes mit den Partner- unternehmen soll nicht mehr in direktem Kontakt, sondern über die Service-Zentrale laufen. Damit ist eine deutlich gesteigerte informationstechnische und organisatorische Verlässlichkeit gefordert. Zusätzlicher Service, bisher zum Teil von den Partnerunternehmen erbracht, ist dann von der Zentrale zu leisten.

Wir werden in diesem ersten Projekt der Partnerschaft mit der SCG - St. Gallen Consulting Group beauftragt, ein zukunftsweisendes Informationskonzept zu entwickeln und die Umsetzung unter ambitionierten zeitlichen Rahmenbedingungen zu begleiten.

Strategie

Grundlage des Vorgehens und der informationstechnischen Konzeption sind die von uns entwickelten und dokumentierten strategischen Vektoren.

Zunächst werden die weitgehend unbekannten Zuständigkeiten und Abläufe zwischen Außendienst und Zentrale, Zentrale und Partnerunternehmen und innerhalb der Service- zentrale selbst formal dokumentiert.

Neben dem Prozessmodell ist ein erstes Informationsmodell zu erstellen.

Dabei ist die Gefahr des Overengineering zu vermeiden. Auch wir Berater entscheiden lieber aufgrund einer sorgfältig abgesicherten Informationsbasis. Hier kommt es jedoch darauf an, schnell zu sein und einen aussichtsreichen Weg schon nach den ersten positiven Anzeichen zu beschreiten. Auch Geschwindigkeit hat ihren eigenständigen Wert.

Die optimierten und abgestimmten Geschäftsabläufe werden in Form von Designvorlagen niedergelegt, um sie in Softwareunterstützung umsetzen zu können.

Die Softwarehäuser werden nach folgendem Entscheidungsraster bewertet:

Das Ergebnis soll die Möglichkeit und Form einer weiteren Zusammenarbeit bestimmen.

Ergebnis

Ergebnis eines dreimonatigen intensiven Studiums des Geschäftsverbundes aus Außendienst, Servicezentrale und Partnergesellschaften ist ein detailliertes Informationskonzept, auf dem folgende Projekte aufbauen:

Nutzen

Der Reorganisationsprozess des Allfinanzvermittlungsunternehmens ist noch nicht abgeschlossen Der wesentliche Nutzen ist jedoch schon jetzt sichtbar:

Das Fundament für diese Entwicklung ist gelegt.

[1] erschienen 1994 in Jahresbericht der agens Consulting GmbH unter dem Punkt "Tat-Sachen" auf Seite 32.

Horst Walther, Hamburg